Empfehlenswerte Aufnahmen (Stand 23.11.2009)

Südamerika/Karibik  Afrika
Nordamerika/Europa Asien/Australien/Sonstiges
Südamerika/Karibik 


Gotan Project – La revancha del tango 
€ 18,90

“Weltmusik”-Titel von DJs zu remixen bzw. komplette Alben für den Lounge- bzw. Chill-Out-Markt zu bearbeiten ist ja mittlerweile gang und gäbe. Die Ergebnisse sind selten befriedigend. Für umso gelungener darf man dieses französische Projekt bezeichnen, das dem Tango einen Club-Sound verpasst. Tangotänzer werden wahrscheinlich die Nase rümpfen, doch unter dem Aspekt Clubmusik kann man diese CD nur loben, weil sie auf recht gekonnte und innovative Weise einen Mix kreiert, der sehr homogen und ungekünstelt wirkt.

Ceu – Ceu
€ 18,90

Die Vermischung von brasilianischen Klängen mit elektronischer Musik, die sich schon seit mehr als einer Dekade einer großen Anhängerschaft erfreut und unter dem Begriff Brazilectro vermarktet wird, erfährt durch die junge Sängerin Ceu eine immense Bereicherung. Höchst selten, wenn überhaupt, ist es jemandem gelungen, eine Produktion in diesem Genre mit soviel Wärme und Sinnlichkeit auszustatten. Dabei reduziert sie keineswegs den Gebrauch von Synthesizer, Computerbeats und elektronischen Effekten – allerdings weiß sie auch um die Wichtigkeit von akustischen Instrumenten wie Gitarre und Perkussion. Diese Ausgewogenheit, gepaart mit großem Respekt vor der Samba, dessen leicht melancholische Grundstimmung das Gesamtwerk durchzieht, und die verführerische Stimme von Ceu schlagen gekonnt die Brücke zwischen Gestern und Heute und überzeugen nachdrücklich auf diesem sehr persönlichen Debüt.
Velha Guarda da Portela – Tudo azul
€ 18,90

Schon seit vielen, vielen Jahren hat es sich die brasilianische Sängerin Marisa Monte zur Aufgabe gemacht, nach alten Sambas zu forschen und diese aufzunehmen, bevor sie ganz in Vergessenheit geraten. Diese Sambas veröffentlicht Marisa Monte zum Teil auf ihren eigenen Alben oder, wie in diesem Fall, als Produzentin auf Alben befreundeter Sambistas. Die Velha Guarda da Portela, die sich als Bewahrer der traditionellen Samba verstehen ( und dies nicht nur was die Kompositionen anbelangt, sondern auch im Sinne der Aufführungspraxis ), rekrutieren sich aus einer der ältesten und renommiertesten Sambaschulen Rios. Sämtliche der hier zu hörenden Sambas, die mitunter viele Jahrzehnte alt sind, wurden niemals zuvor aufgenommen. Nicht zuletzt deshalb sind diese Aufnahmen des Samba cancao, des gesungenen Samba, ein Zeitdokument und von unschätzbarem Wert.

Charanga Cakewalk – Loteria de la Cumbia Lounge
€ 18,90


Und noch mal Willkommen ! Diesmal in der herrlichen Cumbia Lounge. Was der Mexikaner Michael Ramos, der sich hinter dem Charanga Cakewalk verbirgt, aus dem kolumbianischen Volkstanz Cumbia da in seiner Lounge kreiert, klingt einerseits absolut neu, kommt andererseits aber auch wieder vertraut vor. Das ist absolut intelligent, hat dennoch eine bezaubernde Leichtigkeit und eine gehörige Portion Witz. Diese Lounge möchte man niemals verlassen, und wenn man es dennoch irgendwann tut, dann auf alle Fälle mit einem Lächeln ( wenigstens ) auf dem Gesicht.

V.A. – London is the place for me Vol. 1 - 4
€ 19,90 je CD

Diese großartige, bisher aus 4 einzelnen CDs bestehende Reihe, dokumentiert die „schwarze Musik“ Großbritanniens der 50er Jahre. Unter den Einwanderern aus den ehemaligen britischen Kolonien befanden sich  auch namhafte Musiker, die im London der 50er Jahre auf eine quirlige Musikszene trafen. CD 1 widmet sich dem Calypso Trinidads mit vielen Aufnahmen des unvergesslichen Lord Kitchener, CD 2 und CD 4 enthält neben einigen Calypsos jamaicanischen Mento, sowie südafrikanische Musik und Highlife aus Nigeria und Ghana. Auf CD 3 sind die West African Rhythm Brothers mit ihrem eigenen polyrhythmischen Mix aus Highlife und Palmwine-Musik zu hören. Sehr informative Beihefte und schön gestaltete Aufmachungen runden diese herrliche Reihe ab.

Nordamerika/Europa
Rupa & The April Fishes – Extraordinary rendition
€ 18,90

Selten ist es so schwer, ein Album musikalisch irgendwo einzuordnen ( was sicherlich auch nicht unbedingt nötig ist ) bzw. dessen Musik zu beschreiben. Auf alle Fälle ist das vorliegende Album eins: ein ganz großartiges Debüt. Der in San Francisco geborenen und dort lebenden Rupa Marya, deren Vorfahren aus Indien stammen, und die lange Zeit sowohl in Indien als auch in Frankreich lebte, gelingt es auf imponierende Weise, diese verschiedenen Kulturen zu einem unvergleichlichen Musiktheater zu verschmelzen. Die polyglotte Sängerin und ihr mit akustischen Instrumenten besetztes Musikerkollektiv jonglieren dabei ganz unbeschwert von Zigeunerswing zu Tex-Mex, streifen dabei die Musik des Balkan und des amerikanischen Folk, lateinamerikanische Klänge werden ebenso wenig ausgespart wie französisches Chanson. Und dieses weltumspannende Konzept wirkt derart mühelos und unaufgesetzt, dass ihr damit ein beeindruckendes Kunstwerk gelungen ist.


Susan McKeown – Sweet liberty
€ 17,90


Absolut ungewöhnlich, was die irische Sängerin da an Ideen aus dem Hut zaubert. Wie sie die traditionellen Formen irischer Musik dadurch erweitert, indem sie z.B. ein Lied durch eine Mariachi-Trompete mexikanisch färbt oder sich bei einem anderen Lied von Tuareg-Musikern unterstützen lässt, das ist schon beeindruckend. Das geschieht auf dieser ruhigen/melancholischen CD sehr nuanciert, so dass es trotz der Mischung mit anderen Kulturen ein irisches Album bleibt. Eine sinnliche und imponierende Stimme auf einem Album voller Überraschungen.

V.A. – Beyond Istanbul, Underground grooves of turkey
€ 17,90


In dem hervorragenden Dokumentarfilm von Fatih Akin „Crossing the bridge“ über die Musikszene in Istanbul bekam man schon einen Vorgeschmack, welch musikalischen Experimente in dieser Metropole in den letzten Jahren entstanden sind. Die nun bei Trikont ( bekannt für exquisite Zusammenstellungen und tolle Beihefte ) erschienene Veröffentlichung gibt einen Überblick über diese modernen Strömungen. Dabei beschränkt sich ( wie der Titel der CD schon vermuten lässt ) die Auswahl der Stücke nicht allein auf die Stadt am Bosporus, sondern präsentiert auch Entwicklungen türkischer Musik, die in verschiedenen europäischen Ländern stattfinden. Diese Verschmelzung von Jazz, Rap, Drum & Bass etc. mit türkischer Musik gelingt vorzüglich und beweist, dass Istanbul mit ebenso spannenden Produktionen aufwarten kann wie die europäischen Metropolen.



Banda Ionica – Matri Mia 
€ 18,90

Bei Prozessionen in Süditalien kommt der Musik eine besondere Bedeutung zu. Das Blasensemble Banda Ionica hat nun die Geschichte dieser Musik der letzten hundert Jahre zeitgemäß bearbeitet. Und wenn diese Aufnahmen auch einen Marsch und eine Komposition im Walzerrhythmus enthalten, so ist die Grundstimmung doch eher in Moll gehalten. Einige Gastsänger und die modernen Arrangements sorgen jedoch dafür, dass die Stimmung nicht erdrückend wird. Eine musikalische Neuentdeckung und eine absolute Bereicherung der Musiklandschaft !

 



Vinicio Capossela – L’indispensabile 
€ 18,90

Daß Aufnahmen von Vinicio Capossela den Weg zu uns finden, ist äußerst selten und mit viel Mühe verbunden. Aber dieses Bemühen honoriert der Poet aus Bologna mit wunderschöner Musik und einzigartiger Poesie ( sogar deutsche Textübersetzungen liegen jetzt bei ). Doch welche Form er für seine kleinen Geschichten auch wählt ( das Spektrum reicht vom melancholischen Lied bis zu Swing, Mambo und Rock’n’roll ), jedes Lied ist ein kleiner Leckerbissen. Das sind 75 Minuten bunte und beste Unterhaltung eines charmanten, doch auch schrägen Vogels.



Henri Salvador – Chambre avec vue 

18,90


Mit 84 Jahren noch späten musikalischen Erfolg ? Warum nicht ! Gewissen Cubanern hätte man das vor einigen Jahren auch nicht zugetraut. Und diese Aufnahmen, die man salopp als Bossa Nova auf französisch bezeichnen könnte, hätten das Zeug dazu. Eine unbeschwerte Stimme, eingebettet in sehr geschmackvolle Arrangements, und ein weicher, geschmeidiger Sound verbreiten eine sommerlich leichte und träumerische Stimmung.

 

Titi Robin – Ces vagues que l’amour soulève
€ 18,90

Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich der französische Gitarrist, der häufig auch zur Bouzouki bzw. dem arabischen Oud greift, mit der Musik der Zigeuner und der arabischen Musik. Auch auf seinem neuen Album dienen ihm diese beiden Kulturen als Inspiration. Da er die Musik dieser Kulturen jedoch niemals imitiert, sondern lediglich aus deren reichhaltigen Fundus schöpft bzw. mittlerweile bereits verinnerlicht zu haben scheint, klingen seine Werke sehr eigenständig. Seine Kompositionen sind dabei von großen Offenheit geprägt, die auch ein gehöriges Maß an Spannung bereithalten. So ist jede neue CD auch immer eine Neuentdeckung und keine Abbildung eines bekannten Musters. Seine Klangbilder, auf denen er oft nur von Bass, Akkordeon und Perkussion begleitet wird, verströmen eine wunderbare Leichtigkeit, die dennoch die Tiefe nicht vermissen lässt.

Concha Buika – Mi nina Lola
€ 18,90

Das von Javier Limon vor Jahren produzierte und für den Grammy nominierte Album Lagrimas negras von Bebo & Cigala war glücklicherweise keine Eintagsfliege. Auch bei seiner neuesten Produktion ist es ihm wieder mal vortrefflich gelungen, eine Stimme des Flamenco in einen anderen Kontext zu stellen. War es bei Lagrimas negras die Verbindung von Flamenco zu cubanischen Boleros und Jazz, so ist es hier die Verbindung von Flamenco zu Jazz und afrikanischer Musik. Wobei die Verbindung von Flamenco zu afrikanischer Musik in diesem Fall gar keine Fusion ist, denn die Sängerin Concha Buika verkörpert beide Kulturen. Einerseits ist sie in Spanien aufgewachsen, andererseits stammen ihre Eltern jedoch aus Äquatorial-Guinea. Man mag kaum glauben, dass sie keiner Gitano-Familie abstammt, klingt ihre Stimme doch „muy flamenca“.



L’Ham de Foc – Canco de Dona i Home 
€ 17,90

Eine absolute Entdeckung ist diese Band aus dem spanischen Valencia. Aufregend und voller Überraschungen ist diese CD, die trotz aller Heterogenität nicht in verschiedene Einzelteile zerfällt. Stark keltisch gefärbt, tauchen arabische, griechische und mediterrane Elemente auf. Trotz ausschließlich traditioneller Instrumente handelt es sich dennoch um kein Folkalbum, da die Kompositionen enorm spannungsreich sind. Schon eher verströmt die Musik durch z.T. antike Instrumente einen archaischen Charakter und überzeugt durch die Dichtheit und Direktheit.

 



Estrella Morente – Mi cante y un poema 
€ 18,90

Die Tochter des großen Erneuerer des Flamencogesangs Enrique Morente hat mit ihrem Debut in Spanien so großen Erfolg, das man sich nur wundern kann. Denn ihr Erstlingswerk ist keine dieser wuchtigen kommerziellen Produktionen. In weiten Teilen überwiegt der schlichte, nur in Begleitung von Gitarre und Palmas vorgetragene Flamencogesang. Und der Ausdruck, den diese noch so junge Dame dabei erreicht, ist ungemein beeindruckend und schon fast ungeheuerlich.



J
avier Ruibal – Sahara 
€ 18,90

Welch wunderbare CD beschert uns der aus dem südspanischen Cadiz stammende Sänger und Gitarrist Javier Ruibal ! Daß in dieser Region Spaniens der Flamenco zu Hause ist, hört man seinen Kompositionen durchaus an, allerdings ist auch die Nähe zu Nordafrika nicht zu überhören. Doch was den Reiz dieser CD ausmacht, ist zweifellos das kompositorische Talent des in der Singer/Songwriter-Tradition anzusiedelnden Javier Ruibal, seine sehr geschmackssicheren Arrangements und diese wundervoll leidenschaftliche Stimme.

Mariza – Fado em mim 
€ 18,90

Und schon wieder glitzert ein neuer Stern am Fado-Himmel ! Die junge portugiesische Sängerin ist mit ihrer ersten CD soeben in Deutschland mit dem Schallplattenpreis ausgezeichnet worden. Und das völlig zurecht ! Ihre Stimme ist nicht nur sehr variationsreich, sondern extrem ausdrucksstark ohne pathetisch zu wirken. Und die klassische Fado-Begleitung mit Konzert- und portugiesischer Gitarre bedeutet zwar keine Erneuerung des Fado, überzeugt aber in ihrer Schlicht- bzw. Klarheit.




Kari Bremnes - You'd have to be here 
€ 18,90 

Nach vielen Alben in norwegischer Sprache veröffentlicht Kari Bremnes nun ihre zweite CD in der englischen Version. Man könnte behaupten, in welcher Sprache Kari Bremnes auch singt, ihre Stimme trifft immer - ja, sie bedarf gar keiner Texte. Man lauscht ihrer Stimme und spürt, was sie ausdrücken will. Und dabei haben ihre Texte nicht weniger Aussagekraft. Dieses Werk, in dem die spärliche Instrumentierung einen weiteren Glanzpunkt setzt, ist in seiner melancholischen Stimmung genau passend für die dunklere Jahreszeit.

Tore Bruvoll & Jon Anders Halvorsen – Nattsang
€ 18,90

Wer in der dunklen und kalten Jahreszeit musikalisch empfänglich für melancholische Klänge ist, für den könnte dieses norwegische Album von Sänger Tore Bruvoll und Gitarrist Jon Anders Halvorsen genau richtig sein. Sparsam, fast karg instrumentiert ( weitestgehend als Duo eingespielt ) entfaltet diese CD erst im Laufe der Spielzeit seinen magischen Reiz. Fast hypnotisierend wird man in den Sog ihrer Ruhe hineingezogen. Obwohl in seiner Schlichtheit ein gänzlich unspektakuläres Werk, ist der Vortrag dieser Versionen von traditionellen norwegischen Liedern doch sehr ergreifend. Völlig zu Recht wurde dieses Duo gerade mit dem norwegischen Folk Music Award 2007 ausgezeichnet, denn die Art und Weise, in der sie die dunklen Seiten der Balladen herausarbeiten, ist etwas ganz Besonderes.



Mari Boine – Eight seasons 
€ 18,90

Nach den Aufnahmen ihres letzten Albums trennte sich Mari Boine von ihrer vorzüglichen Band, wohl um musikalisches Neuland zu betreten. Zwar sind einige Musiker ihrer Ex-Band als Gäste auf ihrem neuen Werk vertreten, doch insgesamt ist die musikalische Experimentierfreudigkeit gegenüber der Gradlinigkeit vieler Songs gewichen. Scheinbar war Mari Boine mit der zunehmenden musikalischen Dominanz ihrer Musiker nicht mehr so recht glücklich. Konsequenterweise wird ihr neues Album daher stark von ihrer Stimme geprägt, die schon lange nicht mehr so emotional klang.

Afrika


Souad Massi – Meskelil 
€ 18,90

Mit ihrem zweiten Album “Deb” aus dem Jahre 2003 hat die in Paris lebende algerische Sängerin   ganz plötzlich, jedoch hochverdient, den internationalen Durchbruch geschafft. Dementsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen an ihre neue Veröffentlichung. Aber Souad Massi ist nicht in die Falle getappt, mit ihrer aktuellen CD auf den Erfolg zu schielen, um evtl. ein noch größeres Publikum zu erreichen. Eher das Gegenteil ist der Fall, ist doch die 3. Produktion schlichter und subtiler ausgefallen. Auch ist eine größere Nähe zur arabischen Musik auszumachen. Respekt an diese junge Sängerin für eine individuelle und exzellente Platte.

Orchestra Baobab – Made in Dakar
€ 17,90

Nicht zuletzt auch weil sich ihre Aufnahmen aus den 70er und 80er Jahren weiterhin größter Beliebtheit erfreuten (z.B.  Pirates Choice ), hat sich das senegalesische Orchestra Baobab vor 5 Jahren reformiert und mit Specialist in all styles eine wunderbare CD veröffentlicht. Auch auf dem Nachfolger Made in Dakar verbinden sie auf  unnachahmliche Weise senegalesische Rhythmen mit cubanischen Einflüssen. Und auch wenn diese afro-cubanische Mischung einerseits durchaus tanzbar ist, so klingen die Stücke andererseits absolut entspannt.
Genau darin liegt der Reiz dieser Band, dass sie es versteht, aus pulsierenden afrikanischen Rhythmen und weichen Melodielinien der Gitarre und des Saxophons ihren eigenen unverwechselbaren Sound zu kreieren.
In der heutigen Zeit gibt es keine Formation, die ihnen dabei auch nur annähernd das Wasser reichen könnte.



Teofilo Chantre – Rodatempo                       
€ 17,90

Ein weiteres Highlight aus dem Hause Lusafrica, der Firma, die uns schon seit Jahren mit ausgezeichneter Musik der kapverdischen Inseln ( u.a. Cesaria Evora ) verwöhnt. Teofilo Chantre's durchweg eigenen Kompositionen, von seiner poetischen Stimme und der rein akustisch besetzten Begleitband bezaubernd in Szene gesetzt, sind im Vergleich zu seinen früheren Aufnahmen hier schon fast als temperamentvoll zu bezeichnen. Die Arrangements und die für Lusafrica so typische, unnachahmliche Kuscheligkeit des Sounds nehmen von Beginn an gefangen. Ein kurzweiliges Hörvergnügen, das einer Cesaria Evora durchaus ebenbürtig ist.



Cesaria Evora – Voz d’amor 
€ 17,90

Mit ihrem neuen Album kehrt die große kapverdische Sängerin zu ihren wunderbaren Aufnahmen aus den 90er Jahren zurück. Ihre beiden letzten CDs mit vielen Gastmusikern und teils opulenten Streicherarrangements konnten nicht so recht überzeugen. Nach der Devise „Weniger ist mehr“ beschränkt sich Cesaria Evora nun wieder auf ein kleines Ensemble ausschließlich kapverdischer Musiker. Dieser eher kammermusikalische Rahmen bildet die ideale Umgebung für diese großartige Sängerin, die sich in dieser intimen Atmosphäre sehr wohl zu fühlen scheint.



Orchestra Baobab – Specialist in all styles 
€ 17,90

Auch wenn der Titel “Specialist in all styles” leicht übertrieben erscheint, so ist doch ihre Mixtur aus afrikanischer und karibischer Musik unerreicht. Seine Blütezeit hatte das senegalesische Orchester vor ca. 20 Jahren und feierte seinen Höhepunkt mit dem 82er Album „Pirates Choice“. In der 20jährigen musikalischen Abwesenheit hat diese Band nichts von ihrer Qualität eingebüßt, ihre Version der afro-cubanischen Musik klingt auch im Jahre 2002 leicht und beschwingt wie eh und je. Weich, entspannt, charmant – und damit zeitlos, das ist der Sound des Orchestra Baobab von damals und auch von heute.

 



Ali Farka Touré & Toumani Diabaté – In the heart of the moon
€ 17,90

Zwar stammen beide aus Mali, der Gitarrist und Sänger Ali Farka Toure aus dem Norden und der Koraspieler Toumani Diabate aus dem Süden, dennoch ist es ungewöhnlich, dass sie sich für diese gemeinsamen Aufnahmen trafen. Ihre ethnische Herkunft und somit auch ihre musikalischen Wurzeln und Traditionen sind ganz unterschiedlich, und dennoch verschmelzen sie hier auf einzigartige Weise. Sehr leichtfüßig erweitern sie die traditionellen Formen und ihr flüssiges, jedoch auch sehr entspanntes Spiel, erzeugt beim Hören schon nach kurzer Zeit hypnotische Wirkung. Faszinierende Musik, die sehr entspannt und endlos so weiterfließen könnte.



Kékélé - Congo Life 
€ 17,90 

Als sich vor 2 Jahren einige Veteranen der Congo-Rumba zu dem Projekt Kékélé zusammenschlossen, war das musikalische Ergebnis so verzaubernd, dass man zunächst gar nicht glauben konnte, dass solche akustischen Aufnahmen im Zeitalter der Congo-High-Tech-Produktion überhaupt möglich sind. Diese Ungläubigkeit ist nun mit ihrem 2. Album natürlich gewichen, nichtsdestotrotz knüpfen die neuen Stücke nahtlos an ihr Erstlingswerk an. Congo-Rumba vom Allerfeinsten, mit einigen der größten Musiker/Sänger ( u.a. Nyboma, Wuta Mayi, Syran Mbenza ), die der Congo je hervorgebracht hat.

Waldemar Bastos – Renascence
€ 18,90


Nachdem der angolanische Gitarrist und Sänger Ende der 90er Jahre durch seine erste internationale Veröffentlichung hohe Aufmerksamkeit erreichte, hat man von ihm ( abgesehen von wenigen Gastauftritten auf Alben anderer Künstler ) nichts mehr gehört. Auf bemerkenswerte Weise kommt er nun mit einer wunderbaren CD zurück. Viele Lieder, die in einer melancholischen Grundstimmung beginnen, nehmen im weiteren Verlauf temporeiche und schwungvolle Formen an. Und seine intensive Stimme und sein leidenschaftlicher Gesang erstrahlt über sehr kunstvolle Arrangements, die mitunter etwas süßlich, jedoch niemals kitschig wirken.

Simphiwe Dana – Zandisile
€ 18,90

Was für ein Debüt ! Da meint man, musikalisch scheint alles irgendwie schon mal da gewesen zu sein und richtig Neues sei kaum noch zu erwarten, da erscheint diese unglaubliche CD der Sängerin aus Südafrika. Zwar bedient sie sich durchaus bekannter Genres, holt ihre Inspirationen aus Soul, Gospel und Jazz, doch wie sie aus alledem etwas völlig Neues, etwas ganz Eigenständiges schafft, das ist schon phänomenal. Atemberaubend sind hier vor allem die Vokalarrangements, die in ihrer Unmittelbarkeit und Direktheit eine ungeheuere Intensität erreichen. Man ist überwältigt von der Dynamik dieser Stimmen ( neben Simphiwe Dana wirken noch 3 weitere Sängerinnen mit ), wozu aber auch sowohl die vorzügliche Aufnahmetechnik  wie auch die Abmischung  ihren Teil beitragen. Eine neue Facette südafrikanischer Musik und eine CD des Jahres !

Asien/Australien/Sonstiges
Yasmin Levy – Mano suave
€ 18,90


Schon von Kindheit an wurde die israelische Sängerin von ihren Eltern mit dem Ladino-Gesang bzw. der sephardischen Kultur vertraut gemacht. Vor vielen Jahren zog sie für einige Jahre nach Spanien, um dort mehr über die jüdisch-spanische Kultur zu erfahren, die in Spanien bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und heute mehr und mehr in Vergessenheit gerät. So verwunderte es nicht, dass ihre zu der Zeit entstandene CD „La Juderia“ stark vom Flamenco inspiriert wurde. Diese Nähe zum Flamenco ist jetzt nur noch ansatzweise durch ihren wunderbaren Gitarristen spürbar, ansonsten stellt das neue Album eine Hinwendung zu ihren sephardischen Wurzeln dar. Dabei ist die Balance zwischen Gesang und ihrem wunderbar sensibel aufspielenden Ensemble sehr ausgewogen und homogen, dennoch ist es der sehr bewegende und emotionale Gesangsstil von Yasmin Levy, der so fasziniert und fesselt.

Madeleine Peyroux – Half the perfect world
€ 18,90

Sind zwischen der Veröffentlichung ihrer ersten und zweiten CD acht Jahre vergangen, so folgt nun das dritte Album glücklicherweise bereits zwei Jahre später. Vielleicht wurde die amerikanische Sängerin durch die durchweg positiven Resonanzen und den großen Erfolg von Careless love aus dem Jahre 2004 so sehr beflügelt, dass ihr tolles neues Werk bereits in so kurzem Zeitabstand erscheint. Ihre Songauswahl beinhaltet sowohl Jazz- wie auch Pop-Repertoire, hinter dem sich ihre eigenen Kompositionen aber auf keinen Fall verstecken müssen. Mit viel Sorgfalt hat sie die Auswahl der Lieder getroffen, denn die unterschiedlichen Genres werden beim Hören gar nicht bewusst, so sehr klingt das Ganze wie aus einem Guss. Ihre akustische Begleitband sorgt für einen sehr entspannten Rahmen – und dennoch ist es ihre verhangene Stimme, mit der sie den Glanzpunkt setzt.



Huong Thanh – Dragonfly 
€ 17,90

Unter großer Mithilfe ihres in Paris lebenden vietnamesischen Landsmannes Nguyen Le kleidet die Sängerin Huong Thanh vietnamesische Volkslieder in ein völlig neues Gewand. Eingespielt mit Jazzmusikern verschiedener Herkunft und vietnamesischen Musikern entstehen sehr feinsinnige Klangkompositionen, die zwar nur noch entfernt an traditionelles Liedgut Vietnams erinnern, sich jedoch durch die zarte Stimme und die sehr feinfühligen Arrangements zu einem ganz eigenständigen Werk verdichten, das sehr viel Weite und Ruhe ausstrahlt.



Myriam Alter – If
€ 18,90


Der belgischen Komponistin/Pianistin, die auf diesem Album als Musikerin gar nicht in Erscheinung tritt, gelingen Kompositionen von außergewöhnlicher Schönheit. Ausgehend vom Tango bestechen diese vor allem durch ihren Melodienreichtum. Besonders das Zusammenspiel von John Ruocco auf der Klarinette und Dino Saluzzi am Bandoneon muß besonders hervorgehoben werden. Auch klangtechnisch überzeugen diese kammermusikalischen Aufnahmen, die zwischen Tango Nuevo und Jazz anzusiedeln sind. Eine sehnsüchtig machende Platte.


Cassandra Wilson – Belly of the sun 
€ 18,90

Die führende Stimme des Jazzgesangs der letzten 10 Jahre überzeugt auch auf ihrer neuesten Produktion. Dabei weniger durch ihr Material, denn Interpretationen von Blues- und Popsongs widmet sie sich schon seit langer Zeit mit großer Liebe. Überraschend ist, wie bluesgetränkt ihre neuen Lieder erscheinen. Selbst ein bekannter Bossa-Nova klingt in ihrer Version wie ein Blues. Neben ihrer Stärke, bekannte Songs durch ihre eigenwillige Bearbeitung wie eine neues Werk erscheinen zu lassen, ist wieder einmal ihr emotionaler Gesang schlichtweg betörend. Und nebenbei ist ihr mit „Drunk as Cooter Brown“ eine wunderbare Eigenkomposition gelungen.